Wir erreichen den italienisch-slowenischen Grenzort Gorizia. Ein letzter Cappuccino in einem Café in am Stadtpark. Es ist Pfingstsonntag,14 Uhr. Ein Mann mit einer original verpackten Heissluftfritteuse kommt uns entgegen. Kurz wundern wir uns, wo und warum man an Pfingsten so etwas kauft. Kurze Zeit später kommen uns die weitere glückliche Fritteusenbesitzer entgegen. Wir setzen uns erstmal ins Cafe – der letzte Cappuccino ist übrigens sehr enttäuschend.

Mittlerweile kommen immer mehr Menschen aller Bevölkerungsschichten mit Heissluftfritteusen vorbei. Manche mühen sich gar mit zwei Paketen ab. Am Ende zählen wir Dutzende. Wirklich befremdlich!


Die beiden Städte Gorizia (ital.) und Nova-Gorica (slov.) sind nur durch eine grüne Grenze getrennt. Scheinbar gibt es keine Vermischung. In Gorizia sieht man so gut wie keine slowenischen Autos, obwohl es Fritteusen satt gibt. In Nova Gorica fährt kein italienisches Auto, trotz billigem Benzin. Nach sechs Wochen romanischer Sprache (franz./ital.) gewöhnen wir uns jetzt wieder an die slawische Sprache. Das Schlaraffenland – Mozarella, Gorgonzola, Spaghetti, Tortellini und sardisches Bier – haben wir verlassen. Als Trost gibt es statt dessen leckeres „Radler 0%“ an Tankstellen mit rappelvollen Kühlschränken,

Wir kippen in den nächsten Tagen so einige Liter, knapp über dem Gefrierpunkt, in uns hinein. Herrlich! Die Fahrt durch das grüne, dünn besiedelte Slowenien ist eine Augenweide. Die Wälder bieten Schatten in der Hitze. Die Gartencamps sind sehr einladend und soziale Orte, um Radler und Zelter aus aller Welt kennen zu lernen.





Wir lernen andere Arten zu reisen kennen: die unechten ReiseradlerInnen:
a) Anneliese und Walter aus Schwäbisch Gmünd. Sie fliegen, um sich dann aufs Rad zu setzen, zu campen, mit dem Zug zu fahren und wieder ein wenig zu radeln.
b) Joshi aus Japan ist ein Jahr unterwegs. Er fährt meist mit dem Zug, benutzt die Worktravel-App, um das nächste Ziel zu finden, und für Kost und Logis zu bleiben. Da die Übergänge nicht immer reibungslos sind, hat er sich in Sofia ein Klapprad gekauft, mit dem er vom Bahnhof zum nächsten Zielort fährt. Er freut sich schon auf Venice, italienischen Käse und Wein, den es in Japan nur sehr teuer gibt.
c) Der in der Slowakei geborene Robert aus den Niederlanden, seit sieben Wochen unterwegs. Er gibt Einzel-Sprachunterricht, dreimal am Tag. Dazwischen radelt er, zeltet und freut sich andere Reisende zu treffen.
d) Charlie und Robert aus der Nähe von Sydney, sind vor zwei Wochen in Triest gelandet. Dort haben sie sich zwei Fahrräder gekauft, um drei Monate in Europa zu radeln.
Und wir? Was machen wir, nachdem Europa entdeckt ist? Wir sammeln die Ideen:
1) Radeln weiter wie bisher. Freuen uns, wenn wir andere Reisende treffen.
2) Ändern das Fortbewegungsmittel: Tandem, e-bike, Gravel mit weniger Gepäck.
3) Nehmen den Zug und das Fahrrad von Bahnhof zu Campingplatz und umgekehrt.
4) Wechseln den Kontinent, wenn uns Europa zu langweilig ist.
5) Setzen uns auf’s Sofa und schaun zu, wie andere reisen.
6) Nehmen uns ein Auto, einen Wohnwagen oder einen Camper.
7) Machen Aktivgruppenurlaub mit Komfortverzicht.
Wer die Wahl hat, hat die Qual! Wir sind gespannt und neugierig, wie es demnächst mit uns weiter geht 🙂

Das Geheimnis um die Fritteusen bleibt ein Geheimnis. Vielleicht hat ja die Kirche für jeden Besucher der Pfingstmesse ein Gerät ausgelobt.
spannend, Ihr zwei. :-)))
Habt Ihr einen Plan, wo es Euch aktuell weiter hintreibt?
Ich wünsche Euch, dass Ihr neugierig bleibt und der Wind immer in Eurem Rücken ist.
Mir wünsche ich, dass Ihr die Lösung der Heißluftfriteuse noch findet und weitergebt, damit diese offene Frage nicht länger mein Kopfkino befeuert.
:-))))
Weiterhin eine bereichernd, von guten Erlebnissen erfüllte Reise.
Gruß, Sabine aus Schwabenheim
Guten Morgen ihr beiden,
Das ist ja wirklich witzig mit den Friteusenpaketen!
Der Gartencamping scheint rechts neben dem Sportgelände zu liegen. Wirklich mittendrin im Ort.
Slowenien kenne ich noch gar nicht. Grün und dünn besiedelt klingt einladend!
Übrigens glaube ich, dass Europa noch (gefühlt ) unendlich viele weitere Gegenden hat, durch die man radeln und die man erforschen und bewandern könnte.
Beim Giro vorgestern war ich von der Dolomiten Landschaft dort total begeistert.
Und durch euch lerne ich auch echt viele Ecken Europas kennen, die ich gern bereisen würde. Die Qual der Wahl. Dieses Jahr wird es für Jörg und mich der Harz.
Ganz viele Grüße aus Aachen. Petra