Mikro-Abenteuer in Frankreich

Es geht mit dem Zug nach Offenburg und weiter an die deutsch-französische Grenze, möglichst schnell ins Ausland. Das Fremde lockt uns sehr, verschafft uns Reise- und Urlaubsgefühl.

Marburger Bahnhof, Gleis 4

Die Zugfahrt ist weniger entspannt, als erhofft. Der Zug nach Frankfurt ist Mittwoch Vormittag gerappelt voll. Nach unserem Umstieg in den ICE ist es soweit komfortabel. Mit der üblichen Verspätung erreichen wir Offenburg. Beim Ausstieg treffen wir einen radreisenden Berliner, der alle deutschen Flüsse über zweihundert Kilometer Länge erradelt hat. Der Lech, den er für diese Reise ausgewählt hat, ist der letzte.

Im Hintergrund sind schon die Vogesen zu erkennen

Der Campingplatz in Strassbourg ist voll und so ändern wir unsere Pläne und radeln nach Obernai. Frankreich ist ein Campingland und hat vermutlich die höchste Campingplatz-Dichte in Europa. Nahezu jede Gemeinde hat einen Platz. So ist es kein Problem einen Ort weiter zu fahren. Die Saison ist jung, die Tage sind lang und das Wetter ist mild.

Obernai
Erste Übernachtung in Obernai

Wir radeln geradewegs Richtung Süden, immer wellig am Fuss der Vogesen entlang, auf dem EuroVelo 5. Er führt von London bis nach Rom. Rechts von liegen uns die Vogesen mit zahlreichen Burgen, Pässen und auf dem höchsten Punkt noch Schneeflocken. Die Landschaft ist geprägt von Weinbergen und Agraranbau.

Noch keine 24 Stunden unterwegs, haben wir bei einem Treffen mit vier Radlern und gemeinsamen Passieren einer Baustelle bereits eine Einladung zur kostenlosen Übernachtung auf einem Weingut in der Pfalz erhalten. Klingt verlockend. Vielleicht lösen wir die auf dem Rückweg ein.

Le Barr. Mal ohne Radhose.

Cernay, unsere zweite Nacht. Überall nisten, klappern und fliegen die Störche, rund um die Uhr.

Cernay bei Nacht

Am Morgen wechseln wir auf den EuroVelo 6, der vom Schwarzen Meer bis an den Atlantik geht. Erst den Rhein-Rhone-Kanal, dann an den Doubs. Nach 115 Kilometern kommen wir in Baume sur le Doubs an: Campingplatz geschlossen!

Rhein-Rhone-Kanal

Auf Empfehlung einer radelnden vierköpfigen französischen Familie radeln wir vier Kilometer bergauf zum
Camping l’Ile. Ein kleiner, blühender Platz an einem kleinen Flüsschen. Sonja und Bart, das niederländische Paar (ohne Französischkenntnisse!) hat es mit Herzblut vor zwei Wochen übernommen und freut sich riesig über jeden Besucher. Viel Glück mit eurem wunderschönen, einladenden Campingplatz!

So ist unser diesjähriger Start überraschend anders als erwartet: Mikro-Abenteuer in Frankreich.

Camping L’Ile

Fernsehtipp für Frankophile oder solche, die es werden wollen: ‚Karambolage‘ ist eine 11-minütige Fernsehsendung auf Arte in der wöchentlich deutsch-französische Eigenheiten und Kuriositäten auf künstlerische, humorvolle und experimentelle Art und Weise vorgestellt und erklärt werden.

Karambolage: Wo befindet sich Rolf? In Frankreich oder in Deutschland ?

Wie gehabt, gibt es Samstags Neues aus der RAPL-Kiste.de. Wir freuen uns über euren Fingerabdruck oder einen Kommentar. Seid Ihr doch unsere Verbindung nach zu Hause.

Ein Kommentar

  1. Wie schön wieder mit Kaffee und aktuellen Berichten über Eure Reise ins Wochenende starten zu können!
    Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in der Wintersaison! Bleibt gesund 👋😗

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