Die Hitze nimmt kein Ende. Woche um Woche warten wir auf Regen. Die Temperaturen sind selten unter 30 Grad. Rekordzahl an tropischen Nächten. Auf eine Hitzewelle folgt die nächste. Die Rollläden an unserem Haus sind noch nie so häufig rauf und runter gefahren worden, wie diesen Sommer. Das Flixbus-Ticket nach Kopenhagen ist gebucht. Dann konkretisieren wir unseren Plan. Ursula und Hans-Peter, unsere reisenden Freunde, schicken ihren monatlichen Bericht von ihrer Fahrt durch Dänemark. Das ändert unsere Reisepläne. Wir nutzen die moderaten Temperaturen und radeln an einem Donnerstag, Ende Juli, mit Sack und Pack raus. … Richtung Süden. Ticket egal.
Dani und Matthias laden zu einem Abschiedsfrühstück in Wenkbach ein. Die erste Etappe führt uns nach Offenbach am Main. Wir passieren die alte Hoechst Cassella-Fabrik in Fechenheim. Herzliche Grüsse an Oktay nach Izmir!

Der nächste Tag führt uns über Darmstadt. Eine Tasse Kaffee bei Lennart und Sara und dem süssen Bela. Er ist morgen einen Monat alt.
Die Temperaturen steigen wieder. Auf der weiteren Strecke passieren wir viel Industrie, Mannheim, BASF, wenig schöne Landschaften, irgendwo durch die Rheinebene. Den Rhein sehen wir selten, und das liegt nicht am Wasserstand. Der Gutthomashof in Nord-Speyer ist unsere nächste Übernachtung.

Wir treffen die holländische Familie, die seit drei Wochen mit dem Enkelkind, Fahrradanhänger und Zelt durch Deutschland radelt. Ob wir Bela auch mal auf so eine Tour mitnehmen dürfen?


Ehe wir uns versehen, haben wir die deutsch-französiche Grenze passiert. Linksrheinisch geht es durch`s Elsass. Zonenrand oder Fachkräftemangel? Montags sind nicht nur Museen, Fahrradläden und Bäcker geschlossen, sondern, man glaubt es kaum, auch Campingplätze.

Auf dem Camping Lac du Staedle hingegen tummeln sich neben urlaubenden Familien mit Kindern und Badenden die Reiseradler. Es gibt einen halben Liter gekühltes l’Eau zur Begrüssung.

Bei Neuf-Brisach finden wir einen netten, unkomplizierten Platz mit vielen Sportmöglichkeiten, zwei Hühnern, einem Restaurant und französichem Brotservice auf der Rhein-Insel.

Der Rhein und der anliegende EV15 führt uns nach Osten. Wüstenwind bläst uns ins Gesicht. Die Schlacht mit dem trockenen Wetter und den hohen Temperaturen geht gnadenlos weiter. Lebensmittel transportieren wir nicht mehr. Milch wird sauer. Butter und Schokolade schmilzt. Die Eier werden während der Fahrt gekocht.


Nächster Stopp ist Unteruhldingen am Lac de Constanze. Tobias und Angie beherbergen uns. Wir warten die xte Hitzewelle des Jahres ab. Kurze Ausflüge mit dem Rad an die erfrischenden Badestellen des Bodensees. Sightseeing und ein Abendessen in der Sportlerklause mit Regine und Wilfried. Da lässt es sich aushalten. Herzlichen Dank, euch beiden, für die gemeinsame Zeit!


Nach vier Tagen geht es über Konstanz Richtung Schweiz! Wir besichtigen die Imperia von Künstler Peter Lenk. Die Statue erinnert an das Konzil von Konstanz. Die beiden Männchen sind der Papst und der Kaiser. Die denken, sie hätten die Macht.

Der Bildhauer hat die Statue 1993 in einer Nacht- und Nebelaktion aufgebaut. Sie geht auf eine frivole Erzählung von Honoré de Balzac aus dessen Tolldreisten Geschichten zurück. Vor allem die Konstanzer Kirchen und konservative Stadträte protestierten gegen die Erhebung einer Prostituierten zum Denkmal. Seit 2024 ist Imperia unter Denkmalschutz. Kulturinteressierte finden mehr dazu bei https://de.wikipedia.org/wiki/Imperia_(Statue)

Unser Aufenthalt in Winterthur ist geprägt durch unsere Wanderung auf dem Industrieveloweg 205. Fünfzehn Kilometer durch die Stadt mit Seilerei, Lokschuppen, Nägli, Spinnerei, Fotomuseum, Arbeiterwohnviertel uvm. Abends sind die Füsse platt.






Wir reisen weiter den dritten Tag in Folge gegen stürmisch-böigen Wind an. Auf letzter Rille erreichen wir Baumgartner’s Anwesen bei Bern. Es gibt lecker Essen und Trinken. Angeregt wird debattiert. Herzlichen Dank für die gemeinsame Zeit und eure Gastfreundschaft! Wir sehen uns wieder.

Tags drauf noch immer steife, heisse Brise von vorn.

Minuten bevor sich die Schleusen für einen krassen Wolkenbruch öffnen, erreichen wir den Bauernhofcamping oberhalb des Lac de Neuchâtel im Weiler Rovray. Das hätten wir auf freier Strecke nicht überlebt.

Übrigens,
Wusstet ihr schon, dass in der Schweiz seit 2017 Reis angebaut wird, klimafreundlich und die Biodiversität unterstützend? Erntezeit ist im September/Oktober. Die Felder stehen in der Seenlandschaft, die wir passieren.
Bei uns ist alles echt. In unserem Blog verzichten wir auf Künstliche Intelligenz (KI, AI). Ihr könnt uns alles glauben, was wir erleben und schreiben.
Geniesst die Zeit und die Ruhe. Immer gerne wieder – das Haus steht offen.
Schön, dass Ihr uns den Urlaub an den See gebracht habt! Die alltägliche Umgebung habe ich nochmal mit anderen Augen sehen können-sehr schön und immer wieder!
Lieben Gruß Tobias
Hallo ihr Lieben
Einmal mehr ein sehr interessanter Bericht. Schade habt ihr euch umentschieden und seid nicht Richtung Norden gefahren.
Der nächste Blog wird es euch einmal mehr aufzeigen, dass das Wetter dermassen schnell ändert und immer wieder anders kommt als man denkt.
Wir haben diesen Sommer entspannt (trotz viel Regen) erlebt. Im VW Bus mit Hochdach bei über 35Grad das würde für uns nicht mehr gehen.
Trotz Hitze habt ihr trotzdem immer viel Schönes und Spannendes erlebt. Wer kann schon Eier kochen während der Fahrt…..
Weiterhin viel Spass und hoffentlich etwas angenehmere Temperaturen auf eurer Fahrt und geniesst die Schweiz, schade können wir uns nicht sehen.
Herzumarmung
Ursula & Hanspeter
Gute Reise 🌈
Hallo Ihr beiden,
wie schön, dass Ihr wieder unterwegs seid und uns an Euren Erlebnissen teilhaben lasst!
Habt eine gute Zeit und viel Freude am Sammeln neuer Erinnerungen.
Und ich glaube Euch alles, was Ihr schreibt :-).
Liebe Grüße,
Elke
Hallöchen ihr zwei Reisenden,
Wie schön, dass ihr wieder unterwegs seid!
Ja, das Wetter ist wirklich krass. Hoffentlich wird es angenehmer für euch! Heute musste sogar bei der Vuelta die Etappe gestoppt werden, wegen Riesenhagelkörnern.
Aber ihr habt ja schon wieder feine Menschen, Dinge und Gegenden gesehen.
Viele Grüße aus Aachen, Petra
Hallo ihr Lieben,
Wir glauben euch auch alles und wissen, dass eure Berichte sehr authentisch sind! Man erfährt immer wieder was neues über Länder und Menschen, die ihr bereist. Das finden wir ganz toll! Wir wünschen euch viel Spaß, schöne Eindrücke und nette Begegnungen auf eurer Reise. Liebe Grüße, Lisa und Peter
P.S. Den Bodensee und v.a. die Gegend rund um Meersburg haben wir seid ein paar Jahren für Kurzurlaube für uns entdeckt. 🙂