Baskenland, Bilbao und Bar Bilba

Nach dem legendären Aubisque verlassen wir die hohen Pyrenäen. Aber auch die atlantischen Pyrenäen haben ihren Reiz. Wir tauchen ein ins Baskenland.

Geier Rastplatz an der Kuhtränke

Die Basken, ein weiteres stolzes Volk, die nicht einfach Spanier sein wollen. Die Sprache ist faszinierend. Sie hat keine Gemeinsamkeiten mit irgendeiner anderen Sprache. Kinder können ab dem Kindergartenalter auf zweisprachige Schulen gehen (siehe Beitragsbild).

Hier eine Probe für Sprachaffine. Übersetzung: Achtung, auf dem Weg bleiben. Rasen betreten verboten.
Colapause nach der Bergkletterei kurz vor St-Jean-Pied-de-Port
St-Jean-Pied-de-Port: Ausgangspunkt des legendären Camino de Santiago (Jakobsweg)

Endlich ! Die Pyrenäen überquert. Angekommen am Atlantik: St.-Jean-de-Luz

Das Baskenland, Hochsaison, die Campingplätze sind voll. Südlich von St-Jean de Luz ergattern wir an der Corniche den letzten Zeltplatz ohne Strom.

La Corniche

Wir fahren über Hendaye wieder nach Spanien.

Vor San Sebastian muss mit Sack und Pack erstmal der Hafen von Pasaia überquert werden. Da ist das Jolle voll.
Toller natürlicher Hafen – hinten geht es raus auf’s Meer. Hier der OSM-View: https://www.openstreetmap.org/#map=15/43.3273/-1.9201
San Sebastian ist am 03. August, mitten in der Woche, voller Touristenmassen. Nicht nur am Strand.

Dann weiter Richtung Westen, über Strässchen und namenlose Pässe, Asphalt, der extra rau ist, damit man beim Hochfahren nicht zurück rollt. Hier steht keiner, der applaudiert, keiner, der beeindruckt ist von unserer Leistung,. Hier müssen wir einfach nur hoch, im Zweifel schieben, was nicht weniger anstrengend ist. Wir beschließen, die Etappe abzukürzen und den nächsten Campingplatz anzufahren. Complét. Kein Erbarmen. Wir bekommen nur eine Karte mit den Campingpplätzen im spanischen Baskenland. Wir suchen einen anderen raus und entscheiden nicht anzurufen. Das würde noch eher zu einer Absage führen. 

Wir bekommen einen Platz auf der Zeltwiese des Gran Camping, 150m über der baskischen Stadt Zarautz, deren Namen wir noch nie gehört haben. Astrid ist fertig.

Es stürmt und rauscht. Das Zelt wird noch mit ein paar extra Heringen gesichert, aber eigentlich fühlen wir uns sicher unter den hohen Bäumen. Auf der Zeltwiese Surfer, Wanderer, Radler. Auch viele Deutsche. Komisch, wir kennen niemanden, der hierher fährt. Jeder scheint hier noch einen Platz zu bekommen. Es gibt Spiegeleierbaguette, Kaffee und kaltes Bier und Limo. Schmeckt alles fantastisch. 

Blick auf das Surfparadies von Zarautz

Weiter Richtung Bilbao. 40 Kilometer vor Bilbao ergattern und buchen wir ein zentrumsnahes Zimmer, lassen den anvisierten Campingplatz liegen und fahren direkt in die Stadt. Kurz vor 8 sind wir da, direkt am Fluss, mit Blick auf das Guggenheim-Museum, im Erdgeschoss. Perfekt! Nach einer Dusche finden wir in der nächsten Seitenstrasse ‘unsere Bar’, Bar Bilba. Dos canas, zwei Gezapfte und dann noch zwei – dann geht es schon wieder. Morgens das Frühstück, abends wieder dos canas und dos Pintxos, so heißen hier die Tapas.

Frühstück in der Bar Bilba

Ein ganzer Tag in Bilbao mit unzähligen Bars, die multikulti Stimmung, tollen Museen. Grossstadtluft! Nach 55 Tagen hintereinander im Zelt und in der Natur geniessen wir den Luxus eines Zimmers mit Bett, Bad und weichen Badetüchern in vollen Zügen. Rolf ist mutig und geht in einen der zahlreichen Barbershops – die Frisur hält erstmal ne Weile. 

Blick von unserer Unterkunft, hinter der Brücke das Guggenheim-Museum
Toller Secondhand-Buchladen
Philipp Starck Museum
Philipp Starck Museum: Blick auf das Objekt vom vorherigen Bild
Nachmittags treffen wir zufällig den Bruder von Astrid’s Schwägerin Angie mit Familie. Eine unterhaltsame Stunde mit Micha, Juliana, Isa und Seba.
Bacalao: Getrockneter ewig haltbarer Fisch

Der Wirt unserer Bar Bilba ist herzensgut. Am zweiten Abend hat er nicht mehr einen Pintxos (baskischen Tapa) für uns. Er zaubert uns zwei Schinkenbaguettes und lässt sich mehr als einmal die tolle Qualität dieses Belags bestätigen. Am nächsten Morgen gibt es das Abschiedsfrühstück mit hausgemachten Torrijas, die spanische Version von Armen Rittern, fett mit Zimt und Zucker. 

Wir gehen, wenn es am Schönsten ist. Wir fahren Richtung Küste. An einer Wegkreuzung stadtauswärts treffen wir Juan Carlos auf seinem MTB. Er führt uns einige Kilometer. Er wohnt hier, kennt die Gegend, wie seine Westentasche, hat tolle Tipps für uns und wir alle eine unterhaltsame Fahrt. Er erzählt uns von den Blogs der Reiseradler, denen er folgt und so können wir ihm mit unserer Karte und unserem Blog eine Erinnerung zurück lassen. Übernachtung in Laredo, spanischer Massentourismus am Atlantik. Wir freuen uns über einen Platz für uns und unser Zelt. Baden im Atlantik mit tollen Wellen. Abends Nudeln mit Tomatensauce. Alles gut. 

Ein Kommentar

  1. Hallo Rolf und Hallo Astrid,

    Die Pyrenäen – ein Gebirge, das noch auf einen Besuch von Jörg und mir wartet…
    Wunderbare und einladende Bilder.

    Ich Ignorantin wusste gar nicht, dass es in Bilbao ein Philipp Starck Museum gibt.

    Riecht der Bacalao schlimm?

    Wie gut, dass ihr dann doch immer noch ein hübsches Plätzchen zum Übernachten findet.. wenn auch manchmal erst mit letzter Kraft.

    Die Plätze sehen aber immer super aus; werden nur die schönsten fotografiert?

    Liebe Grüße aus dem schrecklich heißen Aachen von Petra

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