La Grande Boucle

…, wie die Tour de France auch genannt wird, ist längst zu Ende. Wir fahren jetzt unsere eigene, immer der Nase nach oder, da wo es schön ist und die Sonne auch mal scheint. Drei Wochen, 21 Etappen, so der Plan. Wir reisen mit dem Quer-durchs-Land-Ticket bis Müllheim, kurz vor Basel.

Fahrradabteil im Regionalverkehrszug

Etappe 1 – Prolog Müllheim (DE) – Mulhouse 33km – flach

Für Tour de France Unkundige: der Prolog fährt üblicherweise die Fahrer in die begehrten Hemdchen, gelb für den Gesamtführenden (Astrid), grün für den besten Sprinter (Astrid), rot-weiss gepunktet für die Bergziege (Astrid) und weiss für den Jungprofi (nicht besetzt).

Da wir nur zu zweit sind, fahren wir das Gelbe aus und das besteht auch nur aus einer gelben Warnweste.

Freie Fahrt für freie Bürger

Den Grenzübergang über den Rhein bei Neuenburg passieren wir souverän. Für Autos ist er wegen Brückenerneuerung bis zum nächsten Frühjahr gesperrt. Wir radeln fröhlich und unspektakulär auf die andere Seite. Der Camping l’Ill bei Mulhouse nimmt uns auf. Die letzten Regenwolken können uns nichts anhaben, da wir das Zelt unter Bäumen aufschlagen und es Plätze zum Sitzen und Essen gibt. Es gibt Tortellini mit Tomatensauce.

Etappe 2 – Mulhouse – Baume-les-Dames 100km – flach

Der EuroVelo 6, der bis zum Atlantik führt, gibt die Richtung vor. Erst entlang des Rhin-Rhone-Kanal, dann entlang des Doubs.

Eine der unzähligen Schleusen am Rhin-Rhone-Kanal
Doubs – einer der französischen Flüsse mit fünf Buchstaben
Brombeeren, genauso viele wie daheim. Jeden Tag könnten wir sie im Bild festhalten. Sie ernten ist unmöglich.

Wir sehen zwei Eisvögel, eine Entenfamilie fahren wir fast um, und ansonsten jede Menge Radler, mit und ohne Gepäck. Nach diesem Sommer haben viele Lust in die Pedale zu treten.

Etappe 3 – Baumes-les-Dames – Dole 110km – flach

Das Doubs Valley ist flankiert von eindrucksvollen Felsen.

Tauftunnel, hier fährt man unter einer Madonna mit dem Kanu ein und wird gesegnet
Rolf schaut sich die Segnung von gegenüber an
Den netten Campingplatz in Dole kennen wir aus dem letzten Jahr. Bei 28 Grad lassen sich die Muskeln im platzeigenen Pool gut entspannen.

Wir dachten, einige knackige Etappen und wir sind am Atlantik. Nach 210 Kilometer sehen wir dann dieses Schild – dauert wohl doch etwas länger. Ein Schild am Radweg zeigt 900 Kilometer bis zum Atlantik bei Nantes, 3400 Kilometer bis zum Schwarzen Meer.

Infos zum nächsten Streckenabschnitt des EV 6 besorgen wir uns in der Touristeninfo in Dole.
Dole

Etappe 4 – Dole – Chagny 110km – flach

Fahrt am Canal Central. Ein bisschen Holland. Kleine Häuschen, zahlreiche Haustiere. In Chagny, der erste Campingplatz, auf dem wir noch nicht waren und der … natürlich voller Holländer. Das reisefreudige Volk ist unterwegs.

Etappe 5 – Chagny – Paray-le-Monial 104km – mittelschwere Bergetappe mit Hindernissen

Unser heutiger Zielort ist die Empfehlung von Florence. Wir haben sie in Chagny kennengelernt und auf der Fahrt nach Parey-Le-Monial nach einem Sturz aufgelesen und mit verstauchtem Handgelenk zum naheliegenden Bahnhof begleitet.

Florence hat sich so verletzt, dass sie nur noch einhändig fahren kann. Bei unserem nächstem Besuch in Tours an der Loire wird sie uns ihre Geburtsstadt zeigen.
Kathedrale von Paray-Le-Monial

Die Kathedrale gehört zum Bistum von Autun (der hübsche Ort, indem uns vor einigen Jahren zwei unserer vier MTBs gestohlen wurden).

Wir übernachten auf einem tollen Campingplatz, nutzen den Pool, den Kühlschrank und der Sitzplatz erinnert uns an einen Platz in Litauen an der Mehmel.

Etappe 6 – Paray-le-Monial – Decize – 98km – mittelschwere Bergetappe bei über 30 Grad

Während Primoz Roglic die 17. Etappe der Vuelta souverän gewinnt, wird unsere Etappe zu einer Hitzeschlacht.

Blick auf die ‘wilde’ Loire
Kanal über die Loire

Am Zielort in Decize lernen wir die fitten alten Damen kennen, die in gut 100 Tagen vom Schwarzen Meer bis zurück nach Hause an den Atlantik fahren. Sie könnten unsere Mütter sein. Mit Zelt, Selbstkochen, Tagebuch und Kartenspiel treffen wir sie auf dem Campingplatz. Wir nehmen die Städteempfehlung La Charite-Sur-Loire mit. Ein frisch gezapftes Bier in der hübschen Stadt am lauen Abend rundet unseren Aufenthalt ab.

Etappe 7 – Decize – Cosne-Cours-Sur-Loire – 105km – flach

Nach 10 km treffen wir die beiden Damen von gestern. Sie machen an der Schleuse am Kanal Gympause.

La Charite – Partnerstadt von Biedenkopf
La Charite

In Cosne erwartet ein freakig lockerer, herrlich natur belassener Platz. Hausgemachte Pommes. Einkaufen gegenüber in der Stadt.

Etappe 8 – Cosne-Cours-Sur-Loire – Chateauneuf-Sur-Loire – 100km – flach

Radeln macht frei

Einige Reiseradler. Manche fahren 35km, manche 180 km pro Tag, aber alle scheinen die Freiheit, frische Luft und den Sport zu lieben. Dopingkontrollen gibt es keine. Lediglich bei Poolbesuchen werden wir nach dem Impfzertifikat gefragt.

Etappe 9 – Chateauneuf-Sur-Loire – Cande-sur-Beuvron – 110km – flach

Rolf rettet ungefragt eine Dame vor dem Freitod.

Von Cosne geht es über Gien nach Orléans.

Gien
Mittagspause in Orléans
Ganz Orléans ist ein Fest

Montag, 06. September Ruhetag

Mit einem Velo durch Paris nur für eine Stund. Mit einem Velo durch Paris, das ist so schön bunt.

Place de la Republique

4 Kommentare

  1. Hallo ihr zwei Radler,
    eine interessante Tour bis jetzt und schöne Bilder!
    Wir freuen uns auf weitere Reiseberichte, wünschen euch gutes Wetter und eine unfallfreie Fahrt.
    Viele Grüße
    Heidi und Henner

  2. Das liest sich echt klasse und macht Lust auf Frankreich und aufs radeln (für mich zwar nicht aufs campen). Für unser Alter ist die Wertungstrikotfarbe grau. Liebe Grüße Jörg.

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