Die Zeit ist stehen geblieben

…im Camping Pio de Pelle, bei Saint-Julien-en-Born, wie mit dem Cölber Jugendclub vor 40 Jahren : 1980.

Leuchtturm bei Contis-Plage, einzige Sehenswürdigkeit …
… im unendlich grossen Pinienwald

Johanna wurde 20 Jahre später geboren – 2000 – und zeltet in der Nähe mit ihren Freunden.

Patenkind und -tante

Lukas erinnert sich an die Familienferien am Cap de l’Homy und uns fällt ein, dass auch die Müllers vor 45 Jahren hier am Atlantik Urlaub gemacht haben.

Aus Müller’s Fotoalbum von 1978

In Saint Jean de Luz ist noch immer ein unsäglicher Touristenstrom, Blechlawinen biegen von der Autobahn ab und verstopfen die Stadt. Uns fallen etliche Familiengeschichten ein: unsere Ferien auf dem genialen Camping Interplages, als die Jungs mit dem Plastikeimer bei Ebbe allerlei Getier für ihr Aquarium gesammelt haben, als der Nichtschwimmer in den verlockenden Pool gesprungen ist und gerettet wurde, sowie die Rotaugenfischerei mit den zwei Jungs und Muttern auf hoher See, der Stierkampf, wo die beiden Bengel mutig in die Arena gelaufen sind.
Heute nennt sich die Stadt VeloVille, was ein Witz ist.

Saint Jean de Luz

Das Gebiet mit den Campingplätzen und dem Küstenradweg ist unverändert. Auch unser Lieblingsstrand sieht aus wie vor 20 Jahren.

Es gibt sogar gedruckte deutsche Zeitungen vom Vortag, wie früher.

Der Liegewagen, mit dem wir 1989 nach Saint Jean de Luz gefahren sind, endet heute Bayonne. Aber sonst ist alles, wie früher.

Unser Lieblingsstrand

In Hendaye schlafen wir, wie gehabt, auf dem Camping Alturan. Die Rezeption, der Laden, die Sanitäranlagen, die schiefen Terassenplätze, und der grandiose Blick auf’s Meer. Alles ist noch immer so. Faszinierend!

Der Grand Plage von Hendaye, an dem sich heute tausende Bade-und Surffreunde tummeln. Der Badetag heute unterscheidet sich nicht von dem Badetag vor 15 Jahren. Die Badenmoden sind die gleichen. Väter bauen mit Kindern Burgen und die kommende Flut lässt den Strand zusammen schrumpfen.

Grand Plage in Hendaye

Und natürlich ist der Atlantik so wie früher, so wie wir ihn kennen: stürmisch, tolle Wellen, heftige Regengüsse, Wolkenberge am Himmel und dann wieder strahlendblau, jetzt gerade sommerlich warm mit 22 Grad Celsius.

Wir verlassen Frankreich, ein Urlaubsland mit vielfältigen, grossartigen Landschaften und fantastischen Küstenabschnitten, Stränden und Klippen, tollen Städten und der höchsten Campingplatz-Dichte in Europa. In den meisten Gegenden ist Radfahren ein Vergnügen. Um Land und vor allem Leute kennenzulernen, ist es nur mit ausreichenden Sprachkenntnissen geeignet. Nahezu alle Franzosen, die wir beim Einkaufen, auf der Strasse, oder am Campingplatz treffen, sind ausgesprochen freundlich. Ein Austausch über die Begrüssungsfloskeln hinaus, kommt aber nicht zustande, was offensichtlich an unseren mangelhaften Französischkenntnissen liegt. Typischerweise laufen Kontakte so ab:

  • entweder ein Franzose, der nicht weiß, dass wir keine Einheimischen sind, spricht uns an, fragt interessiert etwas zum Rad oder wo wir herkommen etc. Wir antworten dann in gebrochenen Französisch. Er erkennt seinen(!) Fehler, dreht sich um und geht.
  • oder sie haben schon gehört, dass wir Deutsch reden und sprechen uns auf keinen Fall an.

Obwohl viele Franzosen sicherlich gut genug Englisch reden könnten, um mit uns zu parlieren – schade. Wieviel glücklicher sind wir, dass wir die Bigoudins Edwige, Mathurin und Toma haben, mit denen wir schon so viele schöne Tage verlebt haben und von denen wir sehr viel über Land und Leute gelernt haben – Danke und Gros Bisous in das Finistere.

Wir haben die Hochsaison gemeistert, trotz ausgebuchter Campingplätze immer noch einen Platz für unser Zelt ergattert, die Hitze überlebt, und werden Baguette und Croissants vermissen.

2 Kommentare

  1. Guten Morgen ihr zwei Reisenden,

    Cap de l’Homi!!!
    Den Duft der Pinien erinnere ich sofort. Nach entsprechendem ätherischem Öl werde ich mal Ausschau halten. Der Weg zum Atlantik ist einfach zu weit.

    Euer Lieblingsstrand scheint weniger bevölkert zu sein als der in Hendaye… zu viele Touris sind für uns Touris echt unangenehm.

    Wie schön, dass ihr Johanna getroffen habt – ein wenig Familie zwischendurch.

    Ganz viel Vergnügen beim Weiterradeln und Entdecken. Petra

  2. Tscha Ihr Lieben, so sind sie: Die Franzosen. Deshalb liebe ich Italien. Und nun habt Ihr das alles gemeistert und wie ist es mal wieder in der Heimat zu sein? Behaltet die Erinnerungen , nur Alzheimer kann uns daraus vertreiben.

    Gestern kam ein Film über Edith Piaf und die versöhnt dann wieder etwas.
    Egal wo Ihr gerade seid, kommt gut an , wo immer das dann sein wird.

    Liebe Grüße

    Christel und der Schreiberling Fred

Schreibe einen Kommentar zu Petra Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert